Der letzte Ebola-Patient Ugandas hat am 16. Juli das Krankenhaus verlassen, Ende August erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch im Land für beendet. Seitdem sind die meisten Uganda-Ebola-Schlagzeilen verstummt. Eine Folge ist geblieben: Wer in den 21 Tagen vor der Ankunft in den USA in Uganda war und keinen US-Pass hat, darf weiterhin nicht einreisen, auch nicht mit ESTA. Genau diese Lücke zwischen Ugandas Gesundheitslage und den Regeln, die noch daran hängen, solltest du kennen, bevor du eine Safari in Ostafrika mit einem Flug in die USA kombinierst.
Alle Angaben entsprechen dem Stand vom 4. November 2026.
Wo der Ausbruch im November 2026 steht
Auslöser ist das Bundibugyo-Virus, ein seltener Vertreter der Ebolaviren, für den es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt. Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) hat den Ausbruch am 15. Mai 2026 gemeldet, und dort liegen bis heute fast alle Fälle: mehr als 10.500 bestätigte Infektionen und über 5.100 Todesfälle, Stand 1. November.
Der Ausbruch in Uganda blieb dagegen klein, mit 20 Fällen und 2 Todesfällen, fast alle bei Menschen, die aus der DR Kongo gekommen waren. Kenia bestätigte am 6. Oktober seinen ersten Fall: eine Person, die über Land aus der DR Kongo durch Uganda gereist und dann nach Nairobi geflogen war. Acht weitere Fälle folgten unter ihren engen Kontaktpersonen, und laut kenianischem Gesundheitsministerium gibt es keine Ausbreitung in der Bevölkerung. Tansania hat bisher keinen einzigen Fall gemeldet, weder auf dem Festland noch auf Sansibar.
Für Reisende schätzt das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das Ansteckungsrisiko als gering ein. Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Menschen übertragen, und Infizierte sind erst ansteckend, wenn Symptome auftreten.
| Uganda | Kenia | Tansania | |
|---|---|---|---|
| Ebola-Fälle 2026 | 20 Fälle, 2 Todesfälle. Seit August für beendet erklärt | 9 Fälle, 2 Todesfälle, alle auf einen eingeschleppten Fall zurückzuführen | Keine gemeldet |
| Auswärtiges Amt | Keine Reisewarnung. Abgeraten wird von Reisen in den Semliki-Nationalpark und ins Grenzgebiet zur DR Kongo | Teilreisewarnung für mehrere Countys im Osten, aus Sicherheitsgründen | Keine Reisewarnung. Abgeraten wird von Reisen in den Süden der Region Mtwara |
| Gesundheitskontrollen bei der Einreise | Gesundheitserklärung und Screening am Flughafen Entebbe | Temperaturscanner in Nairobi und Mombasa | Online-Gesundheitserklärung und Kontrollen an allen Grenzen |
| Einreise in die USA mit ESTA oder Visum | Erst ab dem 22. Tag nach der Ausreise aus Uganda | Keine Einschränkung wegen Ebola | Keine Einschränkung wegen Ebola |
Ist eine Reise nach Uganda, Kenia oder Tansania gerade sicher?
Die drei Länder haben unterschiedliche Hinweise des Auswärtigen Amts, und nur ein Teil davon hat mit Ebola zu tun.
Uganda-Reisewarnung: was das Auswärtige Amt rät
Für Uganda gibt es derzeit keine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt rät aber dringend von nicht notwendigen Reisen in den Semliki-Nationalpark und in einen 20 Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze zur DR Kongo ab. Für mehrere Nationalparks im Westen, darunter Bwindi, Mgahinga, Queen Elizabeth und das Ruwenzori-Gebirge, gilt besondere Vorsicht. Uganda teilt rund 877 Kilometer Grenze mit dem Nordosten der DR Kongo, wo der Ausbruch weiter wächst, und eine infizierte Person kann die Grenze überqueren, bevor jemand von ihrer Erkrankung weiß.
Das gesundheitliche Risiko auf einer typischen Safari-Route ist derzeit gering. Bei der Ankunft in Entebbe füllst du eine Erklärung zu deinem Gesundheitszustand und deinen Aufenthaltsorten der letzten 21 Tage aus, und es folgt ein kurzes Screening. Halte deine Pläne trotzdem flexibel, falls sich die Lage ändert.
Kenia-Reisewarnung: warum sie nicht wegen Ebola gilt
Für Kenia besteht eine Teilreisewarnung, allerdings aus Sicherheitsgründen. Sie betrifft die Countys Mandera, Wajir, Garissa und Lamu im Osten des Landes, mit Ausnahme der Inseln Lamu und Manda, und begründet sich mit Terror- und Entführungsrisiken. Von Reisen in Teile des Nordens, darunter Turkana und West Pokot, rät das Auswärtige Amt dringend ab. Beim Thema Ebola prüfen die Flughäfen in Nairobi und Mombasa alle Ankommenden mit Temperaturscannern, und wer aus Uganda oder der DR Kongo einreist, füllt zusätzlich ein elektronisches Formular aus.
Tansania-Reisewarnung: was für Festland und Sansibar gilt
Für Tansania gibt es keine Reisewarnung, und Ebola in Tansania ist bisher nicht aufgetreten. Das Auswärtige Amt rät lediglich von nicht notwendigen Reisen in den Süden der Region Mtwara an der Grenze zu Mosambik ab. Auf Sansibar ist die Lage stabil, allerdings wurde gleichgeschlechtlichen Paaren und trans Personen dort in Einzelfällen die Einreise verweigert. Spürbar sind vor allem die Gesundheitskontrollen. Tansania hat die Checks an Flughäfen, Landgrenzen und Häfen verschärft, verlangt eine Online-Gesundheitserklärung und kann für Reisende mit erhöhtem Infektionsrisiko eine 21-tägige Gesundheitsüberwachung anordnen.
Einreisesperre nach einem Uganda-Aufenthalt: wer 21 Tage lang nicht in die USA darf
Seit dem 18. Mai verbietet eine Anordnung der US-Gesundheitsbehörde CDC allen Menschen ohne US-Staatsbürgerschaft die Einreise, die sich in den 21 Tagen vor ihrer Ankunft in den USA in Uganda, im Südsudan oder in der DR Kongo aufgehalten haben. Das gilt auch mit Greencard, mit genehmigter ESTA USA oder mit einem B1/B2-Visum. Auch ein Umstieg zählt, selbst wenn du das Flugzeug nicht verlässt.
Eine genehmigte ESTA bedeutet, dass du im Rahmen des Visa Waiver Program reisen darfst. Eine gesundheitsbehördliche Anordnung hebt sie nicht auf, und ein Visum tut das ebenso wenig.
Die Anordnung gilt jeweils für 30 Tage, und die CDC hat sie seit Mai jeden Monat verlängert. Die aktuelle Fassung gilt seit dem 11. Oktober. Prüf ihren Stand, wenn du den USA-Teil deiner Reise buchst, und noch einmal wenige Tage vor dem Abflug.
Mit US-Pass darfst du auch nach einem Aufenthalt in Uganda in die USA fliegen, allerdings nur über Washington Dulles, Atlanta oder New York JFK. Dort führt die CDC ein Screening durch: einen Fragebogen zu Reiseweg und Symptomen, eine Temperaturmessung und die Anmeldung für 21 Tage Kontroll-SMS.
Wie funktioniert die Ebola-21-Tage-Regel?
Einundzwanzig Tage sind die längste bekannte Inkubationszeit des Bundibugyo-Virus, deshalb bauen alle Regeln dieses Ausbruchs auf dieser Zahl auf. Der Tag deiner Ausreise aus Uganda ist Tag 0. Ab Tag 22 darfst du in ein Flugzeug in die USA steigen.
Zeit in Kenia, Tansania oder jedem anderen Land außerhalb der drei betroffenen Staaten zählt zu diesen 21 Tagen. Die Reihenfolge deiner Stationen ist deshalb die wichtigste Entscheidung bei dieser Art von Reise. Fliegst du nach der Safari direkt nach Deutschland zurück, spielt die Regel für deinen Rückflug keine Rolle.
- Plane Uganda an den Anfang deiner Reise, nicht ans Ende.
- Verbringe mindestens die letzten 21 Tage in Kenia, Tansania oder einem anderen Land außerhalb des betroffenen Gebiets.
- Buche den Flug in die USA für Tag 22 oder später, gezählt ab deiner Ausreise aus Uganda.
Die neue Erklärung vor jedem US-Flug
Seit dem 3. November 2026, 23:59 Uhr US-Ostküstenzeit, unterschreibt jede Person vor dem Einsteigen in einen Flug in die USA eine Erklärung. Das gilt für US-Staatsbürger, für Umsteigende und für die Crew, auf Flügen aus allen Ländern, also auch auf Direktflügen ab Deutschland.
Die Erklärung fragt nur nach einem Land. Du bestätigst, dass du dich in den 21 Tagen vor dem Flug nicht in der DR Kongo aufgehalten hast, und auch ein Umstieg an einem Flughafen dort zählt. Uganda, Kenia und Tansania kommen darin nicht vor. Du kannst sie auf Papier oder digital ausfüllen, die Airline prüft sie vor dem Boarding, und ohne Erklärung fliegst du nicht mit. Falschangaben sind nach US-Bundesrecht strafbar. Die Pflicht gilt vorerst bis zum 18. Dezember 2026.
Welche Visa du für Ostafrika und den Weiterflug brauchst
Uganda, Kenia und Tansania haben jeweils eigene Einreiseregeln, und nur Uganda und Kenia teilen sich ein Visum. Für alle drei Länder brauchst du einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Der Personalausweis reicht nicht.
- Ostafrika-Visum: Das East Africa Tourist Visa ist ein gemeinsames Touristenvisum für Uganda, Kenia und Ruanda, mit mehrfacher Einreise zwischen den drei Ländern für bis zu 90 Tage. Die erste Einreise muss in das Land erfolgen, das es ausgestellt hat. Tansania gehört nicht dazu, für einen Stopp dort brauchst du immer ein eigenes Visum.
- Uganda-Visum: ein Touristenvisum nur für Uganda, die einfachere Wahl, wenn du nicht auch nach Kenia oder Ruanda reist. Du beantragst es online und erhältst es bei der Ankunft gegen das Genehmigungsschreiben.
- Kenia-eTA: Kenias elektronische Reisegenehmigung, die du brauchst, wenn Kenia das einzige der drei Länder auf deiner Route ist. Du beantragst sie online, frühestens drei Monate und spätestens 72 Stunden vor der Abreise. Seit Anfang Oktober 2026 schließt du im Antrag auch eine kenianische Reisekrankenversicherung ab, die Pflicht ist.
- Tansania-Visum: ein eigenes Touristenvisum für das Festland und Sansibar. Beantrage es vorab online, denn die Bearbeitung dauert mindestens zehn Werktage. Seit dem 1. Oktober 2026 ist außerdem eine tansanische Pflichtversicherung vorgeschrieben.
Für den Flug in die USA brauchst du mit deutschem Pass eine genehmigte ESTA. Wer nicht am Visa Waiver Program teilnimmt, braucht ein B1/B2-Visum. Stell deinen ESTA-Antrag mindestens 72 Stunden vor dem Abflug.
ImmiAssist übernimmt all diese Anträge, vom Ostafrika-Visum bis zur ESTA für den Weiterflug, und prüft jeden Antrag, bevor er eingereicht wird. Die 21 Tage kann allerdings kein Visum und keine ESTA verkürzen, deshalb muss zuerst die Reiseroute passen.
Häufige Fragen
Ebola in Kenia: Wie hoch ist das Risiko für Reisende?
Für die meisten Reisenden ist Ebola nicht der entscheidende Faktor. Kenias neun Fälle gehen alle auf einen eingeschleppten Fall und dessen Kontaktpersonen zurück. Wichtiger ist die Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts für einzelne Regionen im Osten und Norden.
Gilt meine ESTA noch, wenn ich in Uganda war?
Ja. Deine ESTA bleibt gültig, du kannst sie aber erst ab Tag 22 nach deiner Ausreise aus Uganda für die Einreise in die USA nutzen.
Was tue ich, wenn ich mich nach der Rückkehr krank fühle?
Achte in den 21 Tagen nach der Ausreise aus einem betroffenen Land auf Fieber ab 38 °C, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwäche, Halsschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Hautausschlag sowie ungeklärte Blutungen oder Blutergüsse. Treten Symptome auf, meide den Kontakt zu anderen Menschen und ruf zuerst deine Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder im Notfall die 112 an, bevor du in eine Praxis gehst. Nenn dabei deine Reiseroute. Malaria ist in der Region deutlich häufiger und verursacht ähnliche erste Symptome, nimm verordnete Malariamittel deshalb weiter ein.
Die Regeln für diesen Ausbruch haben sich seit Mai etwa einmal im Monat geändert, und die Anordnung zu Uganda steht um den 10. November zur Verlängerung an. Bevor du den Flug in die USA festmachst, wirf einen Blick auf die Hinweise der CDC für Reisende aus betroffenen Gebieten und auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts, zähl deine 21 Tage ab der Ausreise aus Uganda und plane den Rest der Reise um dieses Datum herum.